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Ich entwickele Software seit 1980. Das erste SW-Projekt war ein Vokabel-Lernprogramm, welches auf der von Sebastian Leitner entwickelten Lern-Systematik mit Karteikarten beruhte. Es war für den Sinclair ZX81 mit 16kbyte Speichererweiterung in BASIC geschrieben. Als Speichermedium für Programm und Vokabeln diente damals ein herkömmlichen Kassettenrekorder. Einziger Anwender war ich selbst, damit konnte ich mich erfolgreich auf die Abiturprüfung in Englisch vorbereiten. Ach so, wie ich das programmieren damals gelernt habe? RTFM halt, ich hab das ZX81 Handbuch gelesen, was sonst? “Programming by googling” sollte erst viele Jahre später in Mode kommen.

Das 2. Projekt war von den Klassenkameraden der Schülerzeitung am Gymnasium Carolinum in Ansbach beauftragt worden. Kurz zuvor waren nämlich 2 neue “Alphatronic” mit(!) Diskettenlaufwerk von TriumpAdler mit dem Betriebssystem CP/M von der Schule angeschafft worden. Jedoch gab es dazu nicht mal eine Textverarbeitung. Immerhin hab es einen BASIC-interpreter auf dem dann die Textverarbeitung für die Schülerzeitung entwickelt wurde. Einige Ausgaben der Schülerzeitung konnten somit im sehr professionell aussehenden Blocksatz gelayoutet werden.

Das 3. Projekt war dann eine Software zum berechnen der Jahresabrechnung für staatlichen Mietshäuser für das Finanzamt Ansbach. Dort arbeitet mein Vater und war es leid, die Jahresabrechnungen für die von ihm für den Freistaat Bayern Verwalteten Liegenschaften mit Taschenrechner und Schreibmaschine machen zu müssen. Also entwickelte Ich ihn ein entsprechendes Programm auf dem Commodore C16 (jawohl, nicht C64, denn hatten wir auch)

Die Facharbeit fürs Abitur im Fach Physik war dann natürlich das 4. Projekt: Es stellte die Feldlinieen von unendlichen stromdurchfossenen Leitern, oder wahlweise von elektrischen Punktladungen dar und berechnete auch die Überlagerung des Felder von mehrern Leitern oder Punktladungen. Entwickelt wurde diesmal in Turbo Pascal.

Während des Studium der Elektrotechnik in Erlangen (nebenfach Audiocodierung bei Dr. Karl-Heinz Brandenburg) bewarb ich mich dann um eine Studienarbeit am Fraunhoferinstitut in Erlangen, die an eine damals noch vollkommen unbekannten Technologie für die Komprimierung von Audiosignalen forschte. Betreuer war Bernhard Grill Das Konzept nannten sich “MPEG-1 Layer 3”, mir sagte das nichts. Später ist es dann als “mp3” berühmt geworden. Meine Aufgabe war es, eine Verbesserung des Codieralgorithmus zu programmieren und diesen dann auf die Audioqualität im verhältniss zur Bitrate zu untersuchen. In der gleichen Abteilung machte ich dann meine Diplomarbeit (hier ging es um die Komprimierung von digitalen Fernsehbildern) und blieb weitere 5 Jahre als junger Ingenieur am Institut. In der Zeit wirkte ich auch an der Weiterentwicklung und zahlreichen Patenten für die Audio - Comprimierungsverfahren “MP3” und später auch für das “AAC” mit, welche beide heute in jedem iPhone und Android-Gerät stecken.

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